• Dethlev Cordts

Der Hurrikane Eta und Iota

Sozial- und umweltverträglich + direkt gehandelt + enkeltauglich


Weihnachten steht vor der Tür und die Welt hat jede Menge Probleme. In Guatemala addieren sie sich gerade. Während der Pandemie wurde das Land im November von zwei schweren Hurrikans heimgesucht und jetzt kam es zu offenen Protesten gegen den Präsidenten. Unsere leidgeprüften Bauern bereiten sich auf eine Ernte vor, die jetzt beginnt. Wir sind dabei und helfen, wo wir können, denn am Kaffee hängen in Lampocoy tausende Existenzen.


Bei allem Leiden und allem Frust wünschen wir euch Feliz Navidad - ein frohes Weihnachtsfest,


Dethlev y la Milvia


Und nun wünsche ich viel Vergnügen mit dem neuen Infobrief:


 
Lampocoy_Infobrief_108
.pdf
Download PDF • 1.41MB
 

Cafecita - Infobrief Nr. 108 - Dezember 2020 Lampocoy grand cru


Die Hurrikane Eta und Iota


Anfang November traf Eta bei Nicaragua auf die Küste und zog dann in Richtung Norden auf Guatemala zu. Nur dreizehn Tage später kam Iota. Der Sturm selber war danach bei Weitem nicht so schlimm, wie der Starkregen, der jeweils volle drei Tage andauerte. Im Kaffeeanbaugebiet rund um Lampocoy fiel in den folgenden zwei Wochen soviel Regen, wie in Hamburg in zwei Jahren. Viele der vom ersten Hurrikan aufgeweichten Hänge rutschten ab. Zahllose Häuser wurde verschüttet. In ganz Guatemala sind etwa 250 Menschen ums Leben gekommen. Tausende sind obdachlos. Bäche wurden zu reißenden Flüssen, in den Tälern staute sich das Wasser, Strassen verschwanden einfach in einer Seenlandschaft. Viele 2 Nachrichten aus Lampocoy Brücken, auch an wichtigen Verbindungsstraßen, wurden fortgespült. Zwei Wochen nach der doppelten Katastrophe ist der Verkehr im ganzen Land noch immer schwer behindert. Viele Wege und Zufahrtsstraßen sind unpassierbar. Auch in Lampocoy und in den umliegenden Dörfern sind viele Häuser und Kaffeeplantagen durch Erdrutsche schwer beschädigt. Bei Tasharté kamen zwei Kinder im Schlamm ums Leben.


Wichtige Verbindungswege zwischen den Dörfern sind weggerutscht. Die schon ein paarmal fortgespülte wichtige Brücke bei La Union hat das erste Unwetter noch recht gut überstanden, aber Iota hat ihr den Rest gegeben. Derzeit geht aller Verkehr über eine notdürftig angelegte Straße in den Bergen. Alle arbeitsfähigen Menschen im Projektgebiet helfen jetzt mit, die Schäden so schnell wie möglich zu beheben und die Verkehrswege wieder frei zu bekommen, denn die Kaffeeernte hat begonnen und die Kirschen müssen noch am Tag der Ernte in die Aufbereitungsanlagen und später ins Tal zum Trocknen. Glücklicherweise hat die Brücke über den Rio Motagua gehalten. Der Wasserspiegel des Flusses war um 11m (!) angestiegen. Diese Brücke ist das Nadelöhr für den Export unseres Kaffees, das nicht umgangen werden kann. Dem Kaffee selber schadet der Regen nicht. Die Zweige der Kaffeesträucher biegen sich unter der Last der reifen, roten Kirschen, die jetzt abgeerntet werden wollen. Viele Kaffeebauern haben schon Ende November mit der Ernte begonnen. Mit unserem neuen LKW mit Vierradantrieb, der uns von der katholischen Kirche in Brixen/Bozen gespendet wurde, bringen wir unseren Kaffee auch unter den gegebenen Umständen sicher ins Beneficio nach La Union und weiter zum Trockenplatz in Gualán.


S p e n d e n 2 0 2 0


Wie wir mit den Spendengeldern umgehen: Im Jahr 2020 haben wir bislang € 41.572,- an Spenden eingenommen. Wie wunderbar! Ein großes Dankeschön an alle SpenderInnen, die uns nicht nur Geld, sondern auch ihr Vertrauen schenken. Wir ziehen uns nicht einen einzigen Cent ab, und das unterscheidet uns auch von vielen anderen Hilfsprojekten, die sich ganz legal 30% für die Verwaltung abziehen. Das Geld, das an das Projekt gespendet wird, geht auch zu 100% ins Projekt. Ca. 3% Verluste entstehen durch den Umtausch der Euros in US-Dollar und dann in Quetzales und die Überweisungen des Geldes von Deutschland auf das 5 Das neue Schulgebäude in Tasharté - finanziert aus Spendengeldern Projektkonto in Guatemala. Vor Ort wird die gesamte Summe dann zum Wohle der Menschen im Projektgebiet eingesetzt.


Falls aktuell Geld für einen wichtigen Zweck fehlt, was auch vorkommt, ergänzen wir es aus Überschüssen, die das Projekt erzielt - z.B. weil wir Kursgewinne machen, wie jetzt beim Anstieg des Euros. Wenn wir bauen, bezahlen wir ausschließlich Material, wie Beton, Steine, Holz, Wellbleche etc.. Alle Arbeiten werden von den Menschen vor Ort ohne Bezahlung erledigt. Ist ein Bauabschnitt fertig, wird das nächste Material angeliefert. Das gleiche gilt für Medikamente und Lehr- und Lernmittel. Ab und zu verschwindet Baumaterial, ein paar Steine, ein Sack Zement. Das lässt sich leider nicht ganz verhindern. Wir können aber davon ausgehen, dass auch dieses Material den Kleinbauern zugute kommt, die damit jetzt ihre Häuser reparieren. Ein Sack Zement ist in Lampocoy ein Schatz, der helfen kann, zuhause das Regenwasser vor der Tür zu halten. 6 Hefte, Schreiber, Anspitzer. Die SchülerInnen bedanken sich


Was wir 2020 aus den Spendenmitteln finanziert haben:


In Tasharté haben wir ein neues Schulgebäude errichtet. Ein zweites Gebäude ist noch im Bau und wird gleich nach der Ernte fertiggestellt. 46 teilweise große Familien wurden in den Monaten des strengen Shutdowns mit Lebensmitteln versorgt. Wir haben in 3.000 Bäume gepflanzt und ein Aufforstungsprogramm angeschoben, das in den nächsten Jahren ausgebaut wird. Wir haben Beamer, Computerzubehör, Bälle, Lehr- und Lernmittel für die Schulen gekauft und zweitausend SchülerInnen mit Heften, Schreibern, Anspitzern und Radiergummis ausgestattet. Die Gesundheitsposten wurden mit Medikamenten, medizinischem Gerät und Verbandsmaterial versorgt. In Einzelfällen haben wir gezielt sehr armen Familien mit Sachmitteln wie Kochgeschirr und Werkzeugen geholfen. Es liegen noch 3.210,- US-Dollar auf dem Konto, die wir jetzt sehr gut für ein Notprogramm nach den Erdrutschen verwenden können. Mehr dazu dann in den nächsten Infobriefen.


Wie wir die Spenden abrechnen


Für alle Ausgaben gibt es die Rechnungen der Baustoff-, Schreibwaren- und, Lebensmittelhändler, Apotheken etc.. Jede Lebensmittellieferungen wurde von den einzelnen Kleinbauern quittiert. Diese Unterlagen sind lückenlos und können bei uns eingesehen werden. Das Aufforstungsprogramm wird von unserem Agronomen Don Victor Hugo überwacht, der die Baumschule leitet und die Anpflanzung und Pflege der Bäume persönlich überwacht. Die Menschen in und um Lampocoy wissen die Hilfe aus Europa zu schätzen. Sie sehen, dass unsere Arbeit Kontinuität hat und die Lebensverhältnisse vor Ort nachhaltig verbessert. Sie sind sehr dankbar für diese Hilfe.


Spendenkonto: Dethlev Cordts Haspa Hamburg DE 6020 0505 5015 0074 1242 BIC: HASPDEHHXXX Stichwort: Spende für Lampocoy Cafecita - Infobrief Nr. 108 - Dezember 2020 von Dethlev Cordts


Es haben im November gespendet:


Kaffestopp Privatrösterei, Birkenau: € 300,-Imker Steiding & Kaffeeland Erfurt: € 100,-GRACIAS!



CTS Coffee Trading Stehl GmbH

Email: info@kaffeestehl.de Tel: 040/65794803


Weitere Informationen: www.cafecita.eu V.i.S.d.P. - Cafecita Corp. Panama Café de Lampocoy - direkt gehandelt, nachhaltig, enkeltauglich

6 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen